TransFormations – Trans* Film Festival Berlin

TransFormations – Trans* Film Festival Berlin

Die zweite Ausgabe vom Trans* Film Festival TransFormations (TFBB), das die Talente von trans*-Filmemacher*innen und Künstler*innen der ganzen Welt präsentiert, fand vom 27.11. bis 02.12.2018 in der Werkstatt der Kulturen in Berlin statt. Inmitten all des Whitewashings von Queer-, Trans*- und Inter-Geschichten in den Mainstream-Medien und Institutionen will das Festival die Hinterlassenschaften und Visionen von Schwarzen, Indigenen, PoC, Armen und Arbeiter*innenklasse, Menschen mit Behinderung und Migrant*innen innerhalb der Zusammensetzung von Queer, Trans* und Inter, Past, Present und Futurities feiern.

Das Festival bot ein vielfältiges Programm mit Filmen, Workshops, einer Kunstausstellung und zwei Abenden mit Performances sowie eine lange Partynacht. Für die Gruppe von Black- und PoC-Organisator*innen war es sehr wichtig, Räume für eine Vielzahl von Narrativen aus verschiedenen Regionen und Hintergründen zu schaffen, über Geschlechtervarianz auf vielfältige, intersektionale Weise zu sprechen, diese darzustellen und die Vorstellungen davon zu erweitern, was “trans*” bedeuten kann.

Die diesjährige Kunstausstellung „Out of Many“ versammelte eine talentierte Gruppe von Künstler*innen, die sich mit verschiedenen Aspekten der Gemeinschafts- und Trans*-Erfahrung befassen. Ihre Arbeiten berühren Themen wie Ernährung, Konnektivität, Isolation, Überwachung, Transition, Auflösung und Zerstörung, Geschichten, Selbstversorgung, psychische Gesundheit, Vergnügen, Intimität, Überleben und Transzendenz und verweben verschiedene Perspektiven und Visionen, wie man überleben und gedeihen kann.

In diesem Jahr fand das TFFB um den Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember statt. Das Samstagsprogramm umfasste eine Reihe von Filmen, die sich mit dem Thema HIV beschäftigen sowie eine Podiumsdiskussion mit trans* HIV-Aktivist*innen. Damit hoffte das Orga-Team auf die Entstigmatisierung von HIV/AIDS und auf die Einbeziehung von mehr trans*-Erfahrungen, die in Diskursen und Erzählungen zu diesem Thema so oft übersehen werden.

Am letzten Tag des Festivals fand die Podiumsdiskussion „Trans*Inhaftierung und Gefängnisabschaffung“ statt. Während dieses Panels erzählten abolitionistische Aktivist*innen, die in verschiedenen Bereichen und Kontexten arbeiten, über ihre Solidaritätsarbeit mit trans*-Häftlingen und ihre Bemühungen um Gerechtigkeit jenseits des Gefängnissystems. Gemeinsam wurde über die wachsende Inhaftierungsrate von Trans*-Personen, den Rechtsrahmen, in dem Trans*-Gremien innerhalb von Gefängnissen/Gerichtssystemen überwacht werden, gesprochen und es wurden einige alternative Organisationsformen für die weltweite Abschaffung von Gefängnissen vorgestellt. Es wurde sich auch mit härteren Methoden befasst, mit denen Schwarze und  trans*PoC-Gremien in Europa kontrolliert werden, und wie das Gefängsnissystem über unser traditionelles Verständnis von Gefängnissen hinausgeht – insbesondere durch Grenzkontrollpraktiken und Haftzentren.

Das Festival wurde vom Aktionsfonds ViRaL unterstützt, organisierte aber auch eine Crowdfunding Kampagne:

Website: http://transformations-tffb.org/

Facebook: TransFormations – Trans Film Festival Berlin